Kommentar zum Kanutag

Wohin geht die Reise?

Eine der umfangreichsten Satzungsänderungen der Verbandsgeschichte stand am Sonntag, den 01.03.2020 in Lampertheim zur Abstimmung. Ziel war es die Verwaltungsstrukturen zu vereinfachen und die Vereine zu stärken, da immer weniger Menschen bereit sind, die in der Satzung vorgegebenen Verbandsstrukturen mit Leben zu füllen.

Vakante Ämter in den Fachbereichen, Bezirken und sogar im Präsidium müssen von den noch verbliebenen gewählten Ehrenamtlichen zusätzlich übernommen werden, damit der hessische Kanusport gegenüber den Behörden gehört wird und in den sportlichen Gremien vertreten ist. Die zumutbare Belastungsgrenze dieser ehrenamtlichen Mitarbeiter ist längst erreicht. Das Aufbrechen alter Strukturen und der Start in eine zukunftsfähige Verbandsverwaltung schien die Lösung zu sein.

Die Problematik scheint nicht bei allen Vereinen als wichtig genug angesehen zu werden, um einen Vertreter zum Kanutag zu entsenden. Es waren nicht einmal 50% der möglichen Stimmen anwesend. So hat die vorgeschlagene Satzungsänderung, die Wegweisend für eine Entlastung im Ehrenamt gewesen wäre, nicht die erforderliche Mehrheit von 75% der anwesenden Stimmen der Vereinsvertreter und Delegierten erhalten. Alternative Lösungen für das Problem wurden von den Kritikern nicht vorgetragen. Auch die Bereitschaft der Mitarbeit im Verband, zum Beispiel mit einer Kandidatur für die vakanten Ämter im Präsidium oder den Fachbereichen blieb aus.

Was bedeutet dies nun? Die Bezirke unterwerfen sich weiterhin einem Konstrukt, welches satzungsgemäß Vorgaben macht, die von den meisten Bezirken nicht mehr erfüllt werden können und auch nicht mehr gewollt sind. Die Möglichkeit der freien Gestaltung regionaler Interessen wurde dem Erhalt alter festgelegter Gesetzmäßigkeiten geopfert. Diese Entscheidung müssen nun alle Bezirke tragen. Für einige Bezirke bedeutet dies nun die Fortsetzung der schon zum Teil jahrelangen Problematik, keine ehrenamtlichen Mitarbeiter für die Positionen in der Bezirksstruktur zu finden. Bleibt zu hoffen, dass sich auch die Kritiker an die bestehenden satzungsgemäßen Vorgaben halten.

Leichter wird es auch in den Fachbereichen nicht. Mit der bleibenden Vorschrift der jährlichen Tagung wurde die Chance auf eine freie Gestaltung der Zusammenarbeit innerhalb der Fachbereiche vertan. Durch das Problem der unbesetzten Positionen im Präsidium findet sich hoffentlich jemand, der zukünftig diese Tagungen leiten kann.

Petra Schellhorn wurde nach 12-jähriger Tätigkeit im Präsidium als Vizepräsidentin Freizeitsport mit einer Ehrung durch den Landessportbund Hessen verabschiedet. Mit ihr verliert der HKV eine fleißige und unermüdliche Kämpferin für den Erhalt der Paddelreviere in Hessen. Es wurde kein/e Nachfolger/in am Kanutag gewählt. Auch die Position Vizepräsident/in Organisation ist weiterhin unbesetzt.

Der wiedergewählte Präsident Christian Rose steuert das Boot HKV mit seiner verbliebenen Crew in eine ungewisse Zukunft, denn was das Ergebnis des Kanutages für die Arbeit im Verband bedeutet, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.

Hat der Hessischer Kanutag eine Chance verpasst? Die Antwort wird die Zukunft geben. Fakt ist: es kann nicht bleiben wie es war! 

Im Jahr 2022 begeht der Hessische Kanu-Verband das 75-jährige Jubiläum. Wollen wir hoffen, dass dies nicht das letzte Jubiläum für die hessischen Kanutinnen und Kanuten ist und wir im Jahr 2047, beim 100-jährigen Geburtstag, zurück blickend sagen können: „Wir haben den Weg geebnet in eine moderne Zukunft“. Doch dafür bedarf es ein Umdenken und auch Mut für Veränderungen. Wenn alle hessischen Kanutinnen und Kanuten zusammen stehen und bereit sind, ihre Talente und ihr Wissen in den Dienst für kanusportbegeisterte Menschen und die Vereine in Hessen zu stellen, werden auch zukünftige Generationen noch Freude an unserem schönen Sport haben.

Text: Präsidium

 

 

 

 

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