Am 3. Oktober 2026 wurde der Main vor der Frankfurter Skyline zur Kulisse für die 43. Frankfurter Funzelfahrt. Rund 170 Wassersportlerinnen und Wassersportler aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren dabei, so viele wie noch nie zuvor. Die traditionsreiche Veranstaltung, die zuvor 40-mal vom ESV Blau-Gold Frankfurt organisiert worden war, wird seit 2024 vom Frankfurter Kanu-Verein 1913 e. V. (FKV) ausgerichtet und fand in diesem Jahr zum dritten Mal unter seiner Regie statt. Mit dabei waren Kanutinnen und Kanuten aus 27 Vereinen, DKV-Einzelmitglieder und mehrere Ruderboote lokaler Vereine, während zwei Sicherungsboote der DLRG die abendliche Fahrt begleiteten und absicherten.
Schon am Nachmittag herrschten bei strahlendem Sonnenschein, warmen Temperaturen und nahezu völliger Windstille beste Bedingungen. Auf dem Vereinsgelände des FKV in Frankfurt-Niederrad stärkten sich die Teilnehmenden zunächst bei warmer Suppe, Kaffee und Kuchen, bevor sie sich auf die sieben Kilometer lange Strecke zum Rudererdorf Oberrad machten, wo die Boote für ihren abendlichen Auftritt vorbereitet und mit Laternen, Lampions, Lichterketten und Leuchtstäben geschmückt wurden; in einem Fall kamen sogar echte Fackeln zum Einsatz. So verwandelte sich die Ausfahrt nach und nach in das, worauf alle gewartet hatten.
Kurz nach 19 Uhr, mit Einbruch der Dunkelheit, setzte sich das inzwischen bunt leuchtende Feld wieder in Richtung Niederrad in Bewegung. Auf dem nahezu spiegelglatten Main spiegelten sich die zahlreichen Lichter im Wasser, während die beleuchteten Boote vor der Frankfurter Skyline vorbeizogen und die Fahrt vereinzelt von Applaus und Zurufen von den Ufern und Brücken begleitet wurde. Für die Menschen an Land war der Bootskorso ein ungewöhnlicher Anblick, für die Wassersportlerinnen und Wassersportler selbst ein besonderer Moment, schließlich erlebt man Frankfurt vom Wasser aus nicht jeden Tag in dieser Form.
Nach rund anderthalb Stunden erreichte das Feld wieder das Vereinsgelände des FKV, wobei die Fahrt gegen Ende noch einmal etwas an Tempo zulegte. Möglicherweise lag es daran, dass an Land bereits der Grill und das Salatbuffet warteten. Nach dem gemeinsamen Essen wurden die schönsten Boote und Kostümierungen von der Preisjury bewertet und die Gewinnerinnen und Gewinner ausgezeichnet: Maria Kochetova und Bjoern Christian Wolf, beide ehemals beim ESV Blau-Gold, erhielten den Preis für das schönste Boot, der Kanu-Club Unkel wurde für die schönste Kostümierung von Personen und Booten ausgezeichnet, der Kanu-Klub Zugvogel Essen für die weiteste Anreise und der WSV Remagen für die meisten angemeldeten Teilnehmenden, darunter die jüngste Teilnehmerin mit 7 Jahren. Ein Sonderpreis ging an Klaus Rohde von der Darmstädter TSG 1846, der bereits zum 40. Mal an der Funzelfahrt teilnahm.
Während Musik und Lagerfeuer für eine gesellige Atmosphäre sorgten, klang der Abend auf dem Vereinsgelände des FKV gemütlich aus.
Der neue Teilnehmerrekord zeigt, dass die Funzelfahrt auch nach mehr als vier Jahrzehnten nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Der Termin für die 44. Funzelfahrt steht zwar noch nicht fest, doch dass sie stattfinden wird, dürfte nach dieser Ausgabe kaum jemand bezweifeln.
Text: Silke Wolf, FKV
Fotos: Alexander Krönke, Daniel Geers, FKV
