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Lampertheimer Kanuvereine gründen Kanuakademie

Groß ist die Sorge vieler Vereine. Die Mitgliederzahlen sinken, im Jugendbereich sind Fusionierungen zwischen einstigen Konkurrenten längst keine Seltenheit mehr. Der G8-bedingte Schulstress sowie das geänderte Freizeitverhalten der Jugendlichen werden häufig als Gründe für ein „Austrocknen“ der Vereine angeführt. Doch statt sprichwörtlich den Kopf in den Sand zu stecken, haben der Wassersportverein Lampertheim (WSV) und der Kanu-Club Lampertheim (KCL) ein Auffangbecken der besonderen Art bereitgestellt: Am 15. September 2014 wurde in Lampertheim in den Räumlichkeiten der Bootshäuser eine Kanuakademie eröffnet. Beim diesem Konzept eines Teilzeitinternates für Kanurennsport (TZIK) werden die Kinder täglich von 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr betreut. Sport und Schule sollen auf diese Weise wieder besser vereinbart werden. Geeignet ist das Internat für Kinder von der 1. bis zur 7. Klasse.

Um halb zwölf Uhr haben Grundschüler manchmal schon frei. Dann gibt es ein gemeinsames Essen und eine Hausaufgabenbetreuung, ehe die Trainings- beziehungsweise Spieleinheiten beginnen. Das Betreuungsangebot für Schüler in Lampertheim ist rar. Überall gibt es Wartelisten, deshalb wurde die Idee von den Schulen der Stadt sehr gut aufgenommen.

Verschiedene Instanzen musste die Idee der Sportakademie in Lampertheim noch bis zu ihrer Realisierung durchlaufen. Die Nachfrage beim Landessportbund Hessen in Frankfurt verlief positiv. Also folgten die nächsten Schritte. Die Sporthilfe Hessen, der Hessische Kanu-Verband, die Stadt Lampertheim und der Kreis Bergstraße wurden vom Vorhaben informiert und sozusagen mit „ins Boot“ geholt. „Wir sind überall vorstellig geworden. Die Inspektion des Landessportbundes Hessen hatte nichts zu bemängeln. Es sind kurze Wege zu den weiterführenden Schulen. Für die Grundschüler wird ein Fahrdienst eingerichtet“, erklärt Projektleiter Bernd Brechenser.

Zwei Jugendförderpreise gewonnen

Neuland stellt die Errichtung und Betreuung des Teilzeitinternats nicht dar. Der Unterschied zwischen Akademie und Talentförderung ist gar nicht so groß, wie man vielleicht vermuten könnte. Viele Kinder kommen jetzt schon direkt nach der Schule hierher. Der angesprochene Talentaufbau wurde bereits im Jahr 2011 vom WSV Lampertheim initiiert, um Eltern zu entlasten sowie Lernstätte und Freizeitaktivitäten sinnvoll zu verknüpfen. Unterstützt wird das Programm vom Kultusministerium und dem Landessportbund Hessen „Schule und Sport“.

Für 20 Kinder bietet die Talentförderung Platz. 20 Plätze sind auch das ausgewiesene Maximum bei der Kanuakademie. Mit 9 Schülern hat man begonnen, mittlerweile gibt es 6 weitere Anmeldungen. Eine Lampertheimer Zeitung sponsert noch 1000 Flyer, damit die die Schülerzahl von 20 schnell erreicht wird.

Alle Kinder haben sich gut eingelebt und auch die Verpflegung klappt reibungslos. Die Sporteinheiten im Winter sind Laufen und Hallentraining. Einmal die Woche geht es ins Schwimmbad. Die Kanuakademie hat einen Pool von 7 Betreuern, die eine Trainerausbildung haben und zum Teil auch schon Erfahrungen mit Hausaufgabenbetreuung mitbringen. Zusätzlich wird die Kanuakademie von 4 Hausaufgabenbetreuern des Lessing-Gymnasiums unterstützt.

Die Kinder haben auch schon eine Kanuausbildung hinter sich und können, wenn die Temperaturen steigen, gleich mit dem Bootstraining beginnen. Das Konzept wird überall anerkannt, was man auch daran sieht, dass schon zwei Jugendförderpreise gewonnen wurden. Ein Preis stiftete die Firma BASF und ein Preis der Olympische Club Starkenburg. Sehr gefreut hat die Verantwortlichen der Kanuakademie, dass einem Ärzteteam die Betreuung aufgefallen ist und nun als Sponsor die Kanuakademie unterstützen will.

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Es lohnt sich, im Kanu-Club dabei zu sein: Informationen über attraktive Touren, persönliche Erfahrungen zu Booten und Ausrüstung, Teilnahme an Fahrten oder auch einfach nur mit Freunden paddeln – die Zugehörigkeit zum Kanu-Club bietet zahlreiche Vorteile!

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Kanufahren ist ganz einfach – wenn man genügend geübt hat. Natürlich kann man versuchen, sich das Kanufahren selbst beizubringen; dies ist aber die mühseligste Variante. Am Besten ist das Kanufahren im Verein zu erlernen.

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