KANU-WILDWASSER NEWS

Fürst Albert von Monaco bei der Junioren EM

Die EM der Kanu-Wildwasser-Junioren fand in diesem Jahr auf dem Fluss Vrbas bei Banja Luka in Bosnien Herzegowina statt. Vielleicht war es genau hier, wo die von Kara Ben Nemsi verfolgten Schurken in den Büchern von Karl May ihr Unwesen trieben. Heute befindet sich in den „Schluchten des Balkan“ nahe Banja Luka eine tolle Wildwasserstrecke; allerdings wurde die vorhandene Infrastruktur (Stege, Kabel, Flutlicht, etc.) durch die Hochwasser im Mai weitgehend vernichtet.

Der Deutsche Kanu-Verband war mit einer starken Mannschaft angereist; aus Hessen waren Jil-Sophie Eckert, Aaron Reith, Moritz Fladung und Joshua Piaskowski (alle vom Kanu-Club-Fulda) an Bord, Jonathan Gescher, der 5. Im Bunde, hat sich kurz vor der EM eine Hand gebrochen. Mit dabei war auch Bundes-Junioren-Trainer Ralf Beerschwenger aus Köln; er fand mit der Nationalfahrerin Sabine Füßer, dem Canadier-Spezialisten Rene Brücker und dem Co-Trainer und Materialwart Matthias Eckert beste Unterstützung bei den Europäischen Titelkämpfen. 

Kein anderer als Fürst Albert von Monaco gehörte zu den Ehrengästen, die die Rennen der Europäischen Junioren-Wildwasserelite verfolgen durften. Mit 15 großen schwarzen Staatskarossen war er am Samstag und Sonntag an der Strecke und konnte den Sieg von Aaron „The Machine“ Reith aus Fulda in der „Königsklasse“ miterleben.

 

Einzelrennen:

Reith hatte es spannend gemacht und alle auf die Folter gespannt, aber nach dem fünften und sechsten Platz in den beiden Vorläufen hat der Fuldaer Sprintspezialist, von Insidern „The Machine“, genannt, den Hammer raus geholt und seinen pfeilschnellen Kajak aus der Edel-Boots-Schmiede von Hermann Roock und Norbert Schmidt im Finale in 34,23 Sekunden auf den ersten Platz katapultiert. Sage und schreibe elf beziehungsweise zwölf hundertstel Sekunden Vorsprung hatte Reith vor den Slowenen Anze Urankar und Zan Jakse. Auch der Vereinskamerad von Aaron Reith war schnell unterwegs; in 34,87 Sekunden fuhr Joshua Piaskowski auf Rang sieben.

Eine weitere Goldmedaille gab es für den Deutschen Zweiercanadier in der Besetzung Roman Wirtz und Janosch Sülzer (beide vom FF Brühl) auf der langen Strecke. „Eine Klasse-Leistung“, bescheinigte der Bundes-Junioren-Trainer seinen Schützlingen.. „Das war genau die richtige Entscheidung, dass ich Roman Wirz nicht im Kajak, sondern im Canadier nominiert habe“, freute sich Beerschwenger unmittelbar nach dem Zieleinlauf des Goldbootes. Immerhin führte diese Entscheidung einmal mehr zu Diskussionen in den betroffenen Vereinen. Schlussendlich kann man Beerschwenger zu seinem glücklichen Händchen herzlich gratulieren.

Ganz knapp an einer Einzel-Medaille vorbei schrammte der Fuldaer Joshua Piaskowski über die lange Distanz. „Joshua hat ein tolles Rennen gefahren! Leider hat es zur Bronzemedaille nicht ganz gereicht. Ihm fehlten im Ziel 3/10 Sekunden,“ resümierte der Bundes-Junioren-Trainer am Ende des Tages.

Teamrennen:

In den Teamrennen auf der Klassik-Strecke hat das deutsche Team gleich vier Medaillen aus dem Vrbas gefischt. Eröffnet wurden die Rennen von den Einer-Canadiern. Der Fuldaer Moritz Fladung und seine Mannschaftskameraden Yannick Hartstein (Düsseldorf) und Janosch Sülzer (Brühl) hatten sich einen 3. Platz ausgerechnet. Nach zwei Dritteln der Strecke, kurz vor dem schwierigsten Abschnitt, der Sprintstrecke, lagen die Deutschen tatsächlich auf dem 3. Platz; 3 Sekunden fehlten auf den Silberrang und 6 Sekunden zur Goldmedaille. Am Ende hatten die Deutschen die Nase vorn und holten sich die Goldmedaille. Die führenden Mannschaften aus Frankreich und Kroatien konnten dem Druck nicht standhalten und „versemmelten“ ihren Lauf im schwierigsten Streckenabschnitt.

Bei den Damen - am Start Jil–Sophie Eckert (Fulda), Meghan Jaedicke (Hamburg) und Lydia Abbing (Köln) - sollte es rein rechnerisch aufgrund der Einzelergebnisse zu einem vierten Platz reichen. Aber auch in diesem Rennen ließen sich die Deutschen die Butter nicht vom Brot nehmen und holten sich hinter den Tschechinnen die Silbermedaille.

Auch für Joshua Piaskowski (Fulda), Jan-Ole von Hartz (Celle) und Benny Koch (Bonn) gab es eine Silbermedaille, im Kajak-Rennen der Herren. Sie lagen vor der Sprintstrecke bereits auf diesem Platz und konnten die Franzosen in der Schlucht erfolgreich angreifen, um sich die Goldmedaille zu holen. Dieses Mal lag das Pech auf deutscher Seite; Benny Koch musste einen gravierenden Fahrfehler in Kauf nehmen und die erpaddelte Führung wieder abgeben.

Silbermedaille Nummer 3 fuhr die Zweiercanadier-Mannschaft in der Besetzung Piaskowski-Reith (Fulda), Fladung-Hartstein (Fulda/Düsseldorf) und Sülzer-Wirtz (Brühl) ein. Gold holte sich die Mannschaft aus Frankreich, die Kroaten sicherten sich die Bronzemedaille.

Fazit:

Auf der Langstrecke waren die bundesdeutschen Paddler gut unterwegs und konnten sich eine Gold- und vier Silbermedaillen sichern. Dagegen muss im Sprint unbedingt nachgearbeitet werden; darüber kann auch der grandiose Erfolg des Domstädters aus Fulda mit der Goldmedaille in der „Königsklasse“ nicht hinweg täuschen.

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