Freestyle Lehrgang in Frankreich

In der zweiten Osterferienwoche hieß es für vier Jungen und zwei Mädchen mit ihrem Trainer und den Betreuerinnen „Abfahrt Richtung Lyon“, um am Wildwasserkanal St. Pierre de Boeuf zu paddeln was das Zeug hält. Die Limburger Kanuten hatten ein Quartier in nächster Nähe zur Strecke in einem Ferienhaus mit Trockenraum gefunden.

Nachdem alle am Montagnachmittag angekommen waren, die Boote abgeladen und ihr Gepäck ausgepackt hatten, war jeder froh, früh schlafen gehen zu können. Man wollte ja ausgeschlafen in die sportliche Woche starten.

Der Dienstag begann nach dem Frühstück mit frisch getankter Energie und Motivation auf die künftigen Tage, mit einer ausgiebigen Trainingssession. Vorteilhaft war, dass man direkt vorm Haus über einen Teil der Rhône zum Förderband der Strecke kam. Nach vielen Loops, Cartweehls, McNasty’s und anderen Tricks hatten es die Erwachsenen durchaus schwer die paddelbegeisterte Jugend für einen Snack vom Wasser zu holen. Statt Pause zu machen, wollten die sechs nach dem Essen doch lieber direkt wieder aufs Wasser.

Der Mittwoch gestaltete sich ähnlich, wurde aber zum unbeliebtesten Tag der Woche ernannt, da diesmal das südfranzösische Wetter nicht so ganz mitspielte und die Nachmittagstrainingseinheit durch ein Gewitter zwangsgestoppt wurde. So verbrachten die Freestyler den Nachmittag damit, kaputt gegangene Paddelsachen zu reparieren, Einkäufe zu planen und Videos zu schneiden. Ebenfalls wurde bereits seit Anfang der Woche kontinuierlich der Pegel der Hawaii-sûr-Rhône, einer riesigen stehenden Welle bei Lyon, ca. 60km von der Strecke entfernt, überprüft. Als Highlight der Woche konnten dann drei Limburger und einer der drei befreundeten Mainzer Freestyler, die man in St. Pierre de Boeuf getroffen hatte, am Donnerstagmittag nach der morgendlichen Trainingssession, ihre Boote aufladen. Nach der ungefähr 60-minütigen Autofahrt und ausführlichem Begutachten und Abschätzen der Welle wagten sich ein C1 und drei K1 Freestyleboote mit ihren Fahrern, unter den aufmerksamen Augen ihres Trainers, in das monströse, drei bis vier Meter hohe, weiß aufschäumende Wasser um ihr Können in Wellentricks auszutesten.

Die übrigen vergnügten sich derweil in einer Eisdiele, bevor es zum Zuschauen zurück an die Rhône ging. Durchaus ausgelastet und ausgepowert waren alle froh, wohlbehalten wieder am Ferienhaus zu sein. War doch manch einer länger im Schaum der Welle verschwunden, bevor er wieder herausgesurft kam.

Am Freitag hieß es dann ein letztes Mal in die Boote zu klettern, da für den kommenden Tag leider auch schon die Abreise geplant war, denn die 15 bis 16-jährigen mussten ja montags wieder in die Schule. In einem kraftvollen Training setzten alle Kanuten noch einmal auf ihre letzten Kraftreserven und versuchten alles aus sich heraus zu holen, um dann zufrieden in die kommende Saison an ihrem Homespot in Limburg starten zu können.

Ein großer Dank gilt dem organisierten Trainer-, und Betreuerteam, welches die Jugendlichen die gesamte Woche begleitete, beriet und unterstützte.

 

Text: Leonie Göbel
Fotograf: Holger Lenz

Bild oben: Leonie Göbel in der Welle
Bild unten: Das Freestyle-Team

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