KANU-WILDWASSER NEWS

"Heimspiel" für Hessens Wildwasserkanuten

Zum 62. Male wurden in diesem Jahr Deutsche Kanu Wildwassermeisterschaften ausgetragen. In den letzten Jahren waren die ausgewählten Austragungsorte meist in Österreich oder der Schweiz, weil im Bundesgebiet das erforderliche Wildwasser knapp ist. Dem versuchen die Wildwasserverantwortlichen im Deutschen Kanu Verband – allen voran Ressortleiter Achim Overbeck – entgegen zu wirken und haben den Blick in die östlichen Bundesländer gerichtet. Hier steckt der Wildwasserrennsport noch in den „Kinderschuhen“, da er als nicht olympische Disziplin nicht den Stellenwert wie der Kanu-Slalom und der Kanu-Rennsport hat, aber geeignete Strecken gibt es in Thüringen, Sachen und Sachsen-Anhalt sehr wohl.

Mit dem Kanu-Club Sömmerda und dem sehr rührigen Organisationsteam um den 1. Vorsitzenden Hendrik Barth, wurde jetzt ein Ausrichter gefunden, der auf einem künstlichen Kanal an der Unstrut, ca. 30 km nördlich von Erfurt, erstmals eine Wildwasser-Sprint-DM im Deutschen Osten auf die Beine gestellt hat. Auch wenn die Sprint-Strecke für die Leistungsklassen sicher einen höheren Schwierigkeitsgrad hätte haben dürfen, waren alle Sportler, Trainer, Betreuer und Fans sichtlich beeindruckt von dieser Veranstaltung. Auch weil z.B. die „Nordlichter“ statt der sonst obligatorischen 1.200 Anreise-Kilometer nur ca. 400 km auf dem Tacho hatten.

Foto links oben: Lisa Köstle vom Wassersport Wiesbaden.

Insgesamt 30 Goldmedaillen wurden in den Schüler-, Jugend-, Junioren- und Leistungsklassen vergeben. Zehn davon gingen an Hessische Vereine, allen voran an den Kanu-Club-Fulda, der mit sage und schreibe 9 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen im Gepäck zurück nach Osthessen gekommen ist und damit den Medaillenspiegel mit deutlichem Vorsprung angeführt hat. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten der KC Düsseldorf-Hamm (3-4-0) und der Blau-Weiß-Bonn (3-2-1). Die 10. Hessische Goldmedaille ging an den WS Wiesbaden.

Foto rechts: Till Fladung vom Kanu-Club Fulda

Der kommissarische Ressortleiter für den Bereich Wildwasserrennsport in Hessen, Lutz Fahlbusch aus Kassel, war begeistert von seiner Mannschaft. Auch für die tolle Veranstaltung und die künstliche Wildwasserstrecke im Erfurter Norden geizte er nicht mit Lob, ganz zu schweigen von den Vorteilen aufgrund der kurzen Anfahrtswege der teilnehmenden hessischen Vereine aus Wiesbaden, Kelsterbach, Fulda und Kassel. Immerhin waren die Sportlerinnen und Sportler auch in Eigenregie im Vorfeld der Meisterschaften 2 – 3 nach Sömmerda gereist, um sich den letzten Schliff für die Rennen zu holen. Fahlbusch sprach von einem „Heimspiel“ für die Hessen, das sie hervorragend in Edelmetall umgemünzt hätten. Betrachtet man die Geschichte der Kleinstadt in Thüringen, kann man zumindest für die Domstädter aus Fulda wirklich von einem „Heimspiel“ sprechen; Sömmerda wurde im Jahr 918 vom Fränkischen Herzog Konrad I. dem Kloster Fulda überschrieben.

Foto links: Christopher Massini vom Kanu-Club Fulda.

Die Strecke war kurz und knackig. Fahrzeiten deutlich unter einer Minute führten zu „hautengen“ Abständen zwischen den Platzierten und damit zu äußerst spannenden Rennen. Lisa Köstle vom WS Wiesbaden zeigte bereits in den beiden Vorläufen der Juniorinnen ihre Ambitionen auf den nationalen Sprint-Titel. So ließ sie auch im Endlauf nichts anbrennen, holte sich die Goldmedaille und damit auch die direkte „Fahrkarte“ für die anstehenden Europameisterschaften in Murau (Österreich). Genauso machte es auch der Fuldaer Christopher Massini. Er hat bei den letzten Rennen immer wieder Nerven gezeigt, das sollte in Thüringen besser werden, keine Frage. Massini überzeugte sowohl im Vorlauf als auch im Finale und sicherte sich mit seinem Sieg den nationalen Titel und die „Fahrkarte“ nach Murau zur EM. Nummer drei im Bunde der hessischen Nationalfahrer ist Till Fladung aus Fulda. Er peitschte seinen C1 ebenfalls auf die höchste Stufe des Treppchens und wurde für die Teilnahme an den Europameisterschaften nominiert.

Alle Ergebnisse unter: http://www.kanu-wildwasser.de/index.php/service/ergebnisse/national/ergebnisse-2016

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