KANU-WILDWASSER NEWS

Hessens Nationalfahrer in beachtlicher Form

Dass es mit den Fulda-Kanu-Rennen auf den „wilden“ Abschnitten der Fulda in dieser Saison leider nichts wird, war den Organisatoren schon länger bekannt: Wer auch immer Fulda als „Hessisch Sibirien“ bezeichnet, wurde in diesem Winter eindrucksvoll eines Besseren belehrt. "Mit Schmelzwasser durften wir für den Wettkampf daher nicht rechnen“, so Organisationschef Dr. Norbert Gescher. Und da sich in der Woche vor dem Wettkampf auch das Wetter bei frühlingshaften Temperaturen um die 20 Grad und Sonne pur–kein Regen in Sicht–von seiner besten Seite zeigte, war den Organisatoren frühzeitig klar: Der Plan B, die Ersatzstrecken vor dem Vereinsgelände des Kanu-Club Fulda für die Sprintdistanz am Samstag, und zwischen Gläserzell und Kämmerzell (Classic / Sonntag) müssen herhalten.

 

Pünktlich zum Wettkampfwochenende schlug dann leider auch das Wetter um: So kam zum fehlenden Wasser in der Fulda auch noch Wasser von oben hinzu. „Wenn die Sportler mangels Wildwassers schon von unten nicht Nass werden, dann wenigstens von oben.“, so Pressesprecher David Piaskowski über die Ironie des Schicksals, "wenigstens ein bisschen Wildwasserfeeling zu haben". Doch sowohl die Organisatoren, die eine reibungslose Veranstaltung ablieferten, als auch die Sportler trotzten den Bedingungen. Die Schützlinge knüpften unter den neuen Trainern Janina Piaskowski und Viktor Massini nahtlos an die Erfolge vom langjährigen Erfolgscoach „Harry“ Piaskowski an, der im Rahmen der Siegerehrung am Samstagabend von seinen Sportlern unter viel Applaus und einigen Tränen verabschiedet wurde.

Denn die Hessen starteten mit mächtig Furore in die neue Saison, und von den Schultern der beiden neuen Trainer Massini und Piaskowski fiel direkt 15 Minuten nach Rennbeginn merklich der Druck: In den ersten zwei Rennen gab es zum Auftakt zwei Siege: Till Fladung (KC-Fulda) setzte sich im Einer-Canadier der Schüler A vor seinem Vereinskamerad Konrad Eichenberg durch. Till´s älterer Bruder Moritz zeigte beim Saisonauftakt der Konkurrenz ihre Grenzen auf. Nach seiner Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr möchte er sich heuer abermals für das Nationalteam qualifizieren und mit diesem an der Junioren-EM in Banja Luka (Bosnien) teilnehmen – der erste Schritt in die richtige Richtung gelang ihm an diesem Wochenende, setzte er sich doch sowohl im Sprint als auch im Classic durch.

Schnellster Sportler aus dem hessischen Kanu-Verband war Aaron Reith (KC-Fulda), der ein perfektes Wettkampfwochenende hinlegte. Im letzten Jahr noch im großen Boot, dem Canadier Zweier zusammen mit Jonathan Gescher bei der Junioren-WM am Start, entschied er sich zu neuen Saison auf die Kajak-Disziplin zu spezialisieren, um sich dort für die Junioren-EM zu qualifizieren. Und diese Rechnung scheint aufzugehen: In den Einzelrennen belegte Reith zweimal den sensationellen zweiten Rang, jeweils nur knapp geschlagen vom belgischen Überflieger Bram Sikkens. Mit diesen Leistungen ist Reith heißester Anwärter auf ein EM-Ticket. Nationalmannschaftskollege und letztjähriger Doppel-Weltmeister Joshua Piaskowski musste mit ansehen, wie Reith grandiose Leistungen zeigte und im Sprint sogar insgesamt dritt schnellster Deutscher war womit er sogar den Großteil der Leistungsklasse hinter sich ließ. Neben seinen Platzierungen im Kajak setzte sich Reith zusammen mit Gescher in den C2 und fuhr auch hier zwei Siege ein: „Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn ich mich zusätzlich zum Kajak auch im Canadier zusammen mit Jonathan zumindest im Sprint qualifizieren würde.“ Die fünf Hessenmeistertitel und ein Südmeistertitel von Reith wurden aufgrund der gezeigten Leistungen und des Lobes von Bundestrainer Gregor Simon („einfach Wahnsinn, was Reith hier gezeigt hat…“) eher zur Nebensache, die er natürlich gerne mitnahm.

Somit hätte sich die beiden neuen Trainer keinen besseren Einstand in das Traineramt vorstellen können. Die Wiesbadenerin Lisa Köstle stellte durch den zweiten Platz ihre Sprintqualitäten heraus, zudem erfolgte noch der Hessenmeistertitel im Classic. Ihr Mitstreiter in der männlichen Jugend, Christopher Massini, triumphierte ebenso: Im Sprint landete er in seiner ersten Saison in der Jugendaltersklasse direkt auf einem hervorragenden zweiten Rang. Auf der klassischen Distanz zeigte er noch einige Schwächen und kam nicht über Rang vier hinaus.

Besonders stolz war Massini über die Leistungen der neu formierten weibliche Jugend C2, Sophia Krönung und Celine Dajek (beide Fulda), die direkt bei Ihrem ersten Renneinsatz zwei Siege einfuhren.

Eine Medaillenbank war natürlich auch wieder das Nachwuchsteam des KCF: So gab es zwei Siege für Konrad Eichenberg im Schüler B K1, und Christina Massini (Schülerinnen B, K1) (beide Fulda), die Wiesbadenerin Nia Kröner behauptete sich auf dem dritten (Sprint), bzw. zweiten Rang (Classic). Der jüngste Teilnehmer des Wettkampfes, Jasper Eckert (Fulda) belegte die Plätze eins und zwei.

Wieder einmal Verlass war auf Hessens Routiniers: Volker Seibel (Wiesbaden) gewann mit deutlichem Abstand das Classicrennen der Masters B, der Fuldaer Arim Schäfer sicherte sich hier Rang drei. Die beiden neuen hessischen Landestrainer ließen es sich nicht nehmen, bei ihrem ersten Trainereinsatz selbst ins Boot zu steigen. Und so fuhr Viktor Massini auf den dritten Rang im Masters A Sprint, Janina Piaskowski wurde Hessische Meisterin mit der Damenmannschaft.

 

Ergebnisse Einzelrennen: Sprint / Classic; HM=Hessenmeister; 

 

Till Fladung (KC-Fulda), Schüler Canadier Einer: 1 / 1 HM

Moritz Fladung (KC-Fulda), Junioren C1: 1 / 1 HM

Ulrich Fahlbusch (KVH Kassel), Masters C1: -  / 1. HM

Katrin Fahlbusch (KVH Kassel), Damen K1: - / 10. HM

Jil-Sophie Eckert (KC-Fulda), Juniorinnen K1: 2 / 3 HM

Lisa Köstle (WS Wiesbaden), weibliche Jugend K1: 2. / 4. HM

Michael Statzner (WS Wiesbaden), Jugend K1: 15. / 16.

Aaron Reith (KC-Fulda), Junioren K1: 2 / 2 HM

Johannes Baumann(KC-Fulda), Herren K1: 21 / 19 HM

Michel Zentgraf (KC-Fulda), Schüler A K1: 12 / 6 HM

Konrad Eichenberg(KC-Fulda), Schüler B K1: 1 / 1 HM

Christina Massini(KC-Fulda), Schülerinnen B K1: 1 / 1 HM

Jasper Zentgraf(KC-Fulda), Schüler C K1: 1 / 2 HM

Ulli Gabert (WS Wiesbaden), Masters A K1: 2. / 2. HM

Volker Seibel (WS Wiesbaden), Masters B K1:  - / 1. HM

Robert Köstle (WS Wiesbaden), Masters C K1: - 7 5. HM

Jonathan Gescher / Aaron Reith(KC-Fulda), Junioren C2: 1 / 1 HM

Sophia Krönung / Celine Dajek(KC-Fulda), weibliche Jugend C2: 1 / 1 HM

 

Classicmannschaft: HM=Hessenmeister; SDM = Südmeister

Christopher Massini, Tobias Heil, Nepomuk Hartel(KC-Fulda), Jugend K1 Mannschaft: 1., HM + SDM

Aaron Reith, Jonathan Gescher, Moritz Zentgraf(KC-Fulda), Junioren K1 Mannschaft: 1., HM + SDM

David Piaskowski, Josef Baumann, Arim Schäfer(KC-Fulda), Herren K1  Mannschaft: 3., HM + SDM

Ulrich, Florian, Lutz Fahlbusch (KVH Kassel), Herren C1 Mannschaft: 1., HM + SDM

Michel Zentgraf, Till Fladung, Christian Dajek(KC-Fulda), Schüler K1 Mannschaft: 1., HM + SDM

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