KANU-WILDWASSER NEWS

Andrè Walter aus Fulda gewinnt Silber

Nach einer ereignisreichen Zeit in den USA ist das Fuldaer Mitglied des deutschen Special Olympics Teams beim KCF empfangen worden. Neben einer Silbermedaille hat der 28 Jährige zwei vierte Plätze und unzählige Erfahrungen im Gepäck.

Umringt von seinen Trainingspartnern aus dem Team der Kanuten mit Handicap und dem Wildwasserrennsportteam kann Andrè gar nicht schnell genug erzählen. „Die Flugreise...“ „Wir hatten natürlich immer eine Polizeieskorte...“ „Die Russen waren verdammt stark...“ „SILBER! Das war Hammer! Und dann nach dem Ziel...“ „... und natürlich Michele Obama...“ „...es war einfach der Wahnsinn!“.

Da steht er und strahlt in die Runde, auf seiner Trainingsjacke prangt ein großer „GERMANY“ Aufdruck, sein Paddel ist mit Deutschlandbändern umwickelt und an seinem Hals hängt sie: die Medaille. Seine ganz persönliche Auszeichnung vom größten und wichtigsten Sportevent für Menschen mit geistiger Behinderung. 1968 von John F. Kennedys Schwester Eunice Kennedy-Shriver ins Leben gerufen, steht das Deutsche Team traditionell unter Schirmherrschaft der Partnerin des amtierenden Bundespräsidenten. Gemeinsam mit Andrè kämpften 7000 Athleten aus 177 Ländern um Medaillen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Michelle Obama, welche das Feuer der Special Olympics entzündete. Die Eröffnungsfeier war darüber hinaus gespickt mit Weltstars des Sports, wie beispielsweise Michael Phelps, und Musikgrößen wie Stevie Wonder und Avril Lavigne. „Der kann schon ganz ordentlich singen, dieser Stevie Woder.“ Berichtet Walter schmunzelnd.

Doch nach der beeindruckenden Eröffnungsfeier steht wieder der Sport im Mittelpunkt und hier läuft es von Anfang an gut für den Fuldaer, wenn auch knapp nicht gut genug. Zwei vierte Plätze erringt er, in seinem 200m Finale schrammt Andrè um gerade mal eine halbe Sekunde am Bronzerang vorbei.

Dann das Finale im Zweier. Wie immer früh aufstehen, der Mittagshitze entgehen. Zum Frühstück nur Obst. Keine Experimente vorm Rennen. Volle Konzentration. Die letzte Medaillenchance. Jetzt gilt es.

Der K2 schießt aus der Startbox, wie die Flügel eines Kolibris bewegen sich die Paddelschläge im perfekten Rhythmus. Das neue Paddel liegt gut in der Hand, zum Glück kam es noch kurz vor dem Rennen. 200m liegen vor dem Gespann, unzählige Trainingswochen hinter ihnen. Alles für diesen einen Moment. Dann fliegen sie ins Ziel. Ein Blick und es ist klar, Russland liegt klar vorne, aber dann...noch einmal umschauen, ja es ist eindeutig danach kommt das Boot Schneider, Walter. Danach kommen sie. Sie sind Silbermedaillengewinner! Ein Traum geht in Erfüllung, eine Medaille beim wichtigsten Sportevent der Welt.

so 2Mit dieser Medaille um den Hals steht er nun da, steht da und strahlt. Das rennentscheidende Paddel liegt immer noch in seinen Händen, als Harald Piaskowski erklärt, wie der Verein ihm dieses Paddel gestiftet hat und es durch den Poststreik fast nicht mehr angekommen wäre, als Andrè vor versammelter Runde von seinen Erlebnissen berichtet und als er vom ersten Vorsitzenden des Kanu-Clubs die Unterstützung und Kostenbeteiligung von Stadt und Kanuverband überreicht bekommt. Das Paddel liegt immer noch in seinen Händen, als er den Saal verlässt, den Saal verlässt in Richtung Training, in Richtung Nationale Special Olympics 2016 und wer weiß, vielleicht auch in Richtung Special Olympics 2019. Das Paddel liegt immer noch in seinen Händen.

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