KANU-POLO NEWS

WSV Lampertheim Süddeutscher Meister

Das Auge konnte manchmal kaum folgen, so schnell war der Ball unterwegs, so schnell gab es Richtungswechsel, blitzschnelle Angriffe, Abwehrmauern, Verteidigungsstrategien. Nein, wir sind nicht beim Fußball, sondern bei der Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaft im Kanupolo auf dem Dutzendteich in Nürnberg. Der Kanu-Verein Nürnberg hat nach Jahren zum ersten Mal wieder eine Meisterschaft ausgerichtet und sich damit glänzend in Szene gesetzt. Der Präsident des Bayerischen Kanu-Verbandes Oliver Bungers nahm die Siegerehrung vor und zeichnete den WSV Lampertheim als Süddeutschen Meister aus.

Der PSC Coburg 1, in Bayern zuletzt über viele Jahre die Nummer 1, musste sich überall mit dem 2. Platz zufrieden geben und dominierte diesmal nur bei der Jugend. Allerdings waren hier die Voraussetzungen nicht immer gleich, denn in den Jugend-Mannschaften spielten zum Teil auch Schüler ab 12 Jahren mit.

Diese Meisterschaft zeigte vor viel zu wenigen Zuschauern ganz deutlich, wie attraktiv die Sportart Kanupolo ist. Das Wasser schäumt und spritzt bei den Angriffsattacken, und die Spieler sind nahe genug am Ufer, sodass man die Angriffslust und Spielfreunde in ihren Augen aufblitzen und die Muskeln spielen sehen kann. Hier ist neben Schnelligkeit auch Athletik gefragt, wenn der Sportler beim Duell um den Ball den Konkurrenten mit dem Boot überrennt, wegdrängt oder gar „versenkt“. Nur der Schnellste hat die Chance, den Vorteil zu nutzen. Das kostet Kraft, und die Kondition muss über die komplette Spielzeit von zweimal zehn Minuten aufrechterhalten werden. Schwäche kann sich hier niemand leisten.

Daneben spielt die Taktik eine große Rolle, die vorher und in der Spielpause mit dem Trainer oder der Trainerin (wo sonst lässt sich eine Mannschaft gestandener Männer etwas von einer zierlichen jungen Frau sagen???) besprochen wird. „Ihr müsst Druck aufbauen!“ – „Die haben keine Abwehr positioniert, nutzt das!“ Solche und ähnliche Ratschläge begleiten die Teams in die zweite Halbzeit.

Das Spiel mit dem Ball macht den Aktiven Spaß – und das überträgt sich auf die Zuschauer, die bei gekonnten Spielzügen klatschen, pfeifen und jubeln.

Auf der dem Ufer gegenüberliegenden Seite bildeten Pontons (und ein Steg, der vom nahen Ruderclub ausgeliehen wurde) einen sicheren Weg für die Schiedsrichter, die so auf beiden Seiten des Spielfelds mitlaufen, pfeifen und Handzeichen geben konnten. Würde man ihnen Kilometergeld zahlen, sie könnten fast davon leben. Nur einer lief in Nürnberg noch mehr: der Heister-Hund. Mit nicht nachlassender Begeisterung war er immer auf Ballhöhe und zeigte so auch den Zuschauern, wo „die Musik spielte“.

Glücklicherweise ist er wasserscheu, sonst hätten die Akteure wohl einen unerwünschten Mitspieler gehabt. Die gab es auf dem Dutzendteich dann in gefiederter Gestalt: Eine Entenfamilie sorgte für eine Unterbrechung des Spiels. Während die Entenmutter durch die Luft entfloh, ließen sich die Jungen von einem Boot zügig, aber ohne Panik, vom Spielfeld in den offenen See treiben. Ente gut – alles gut!

Text: Uschi Zimmermann

Ergebnisse:

Süddeutscher Meisterschaft Herren:
1.            WSV Lampertheim
2.            PSC Coburg 1
3.            KV Nürnberg
4.            KSC Neckarau
5.            DRC Neuburg

Süddeutscher Meisterschaft Jugend:
1.            PSC Coburg
2.            ASV Horb
3.            DRC Neuburg

Abschlussplatzierung Gesamtergebnis:
1.            WSV Lampertheim
2.            PSC Coburg 1
3.            KV Nürnberg
4.            KSC Neckarau
5.            PSC Coburg 2
6.            DRC Neuburg
7.            Braunschweiger KC

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